„Und wenn es sich gemäß den Zeiten und Bedürfnissen ergeben sollte, etwas neu zu ordnen oder etwas anders zu machen, tut es klug und nach guter Beratung.“
Aus dem letzten Testament von Angela Merici (1539), der Gründerin des Ursulinenordens

 
Inhalt: "Klarissen"
Klostergebäude
Die alte Klosterkirche
Die Klostermauer
 
 

Der Schulaltbau in den 1930er Jahren
Fundstelle: Bibliothek des Ursulinenklosters Haselünne, Paulusweg 43

 

 

Die Klarissen - die Gründerinnen des Klosters



    Im Jahre 1652, nach dem Westfälischen Frieden, mussten die Klarissen ihr damaliges Kloster in Oldenzahl verlassen. Sie fanden ihre neue Heimat in Haselünne. Lediglich persönliche Utensilien und die Klosterglocke durften sie auf die Reise mitnehmen.

    Der damalige Bischof von Münster Christoph Bernhard von Galen gab seine Zustimmung zur Gründung des Klosters in Haselünne.

    Zunächst diente der in der Nähe der Pfarrkirche gelegene Schwenkenhof (1550 von Johann von Schwenke errichtet) als Unterkunft. Die Schwestern erhielten den hinteren Teil des Gebäudes zugewiesen, der vermutlich auch einen Zugang zur Kirche hatte. Schwester Ludovica Koytenbrouwer, Schwester der Frau des Bürgermeisters Riccius, war die erste Äbtissin. Mit ihr zogen 7 weitere Schwestern in das neue Domizil ein. Der Osnabrücker Bischof Franz Wilhelm von Wartenberg nahm am 16. Juni 1652 die feierliche Einführung vor.

    1668 begannen die Schwestern am Rande der (Neu-)Stadt mit dem Bau des Klosters. Dazu wurden die Steine z.T. von des Schwestern selbst im Feldbrandverfahren gebrannt und mit Pferdefuhrwerken zur Baustelle des Klosters gefahren.
    Um den Lebensunterhalt zu finanzieren, nahmen sie "Kostjuffern" in ihr Haus auf und unterrichteten sie in Hauswirtschaft. So entstand die erste Mädchenbildungsstätte im Emsland. Vor allem aus Holland aber auch aus dem emsländischen und münsterländischen Adel nahmen sie Mädchen auf, um sie zu guten Christen sowie auch zu fleißigen Hausfrauen zu erziehen.

    Rund 140 Jahre, bis zum Jahre 1812, blieben die Klarissen in Haselünne. 1812 wurden das Kloster und die Schule aufgelöst, da das Emsland 1811 unter Napoleon französisch geworden war, die Klosterschulen geschlossen und die Klöster verstaatlicht wurden.

(c) vg - Initiative zum Erhalt des Schulaltbaus am Kreisgymnasium St. Ursula