„Und wenn es sich gemäß den Zeiten und Bedürfnissen ergeben sollte, etwas neu zu ordnen oder etwas anders zu machen, tut es klug und nach guter Beratung.“
Aus dem letzten Testament von Angela Merici (1539), der Gründerin des Ursulinenordens

 

Inhalt: "NPEA"
Übernahme durch die NSDAP
Mahnmal gegen rechts!
Zeitzeugnisse zur NPEA

 
 

Der Schulaltbau in den 1930er Jahren
Fundstelle: Bibliothek des Ursulinenklosters Haselünne, Paulusweg 43

 

 

Die Schließung des Klosters durch die NSDAP


    "Am Morgen des 9. Juli 1041 umstellten Beamte der Geheimen Staatspolizei das Ursulinenkloster in Haselünne. Mit der Feststellung 'der Salat wäre geschossen, die im Keller lagernden Kartoffeln nicht entkeimt und in der Bibliothek seien englische Flugblätter gefunden worden' verließen die Beamten zunächst das Kloster. Am Nachmittag des folgenden Tages, dem 10. Juli 1941 kehrten die Gestapobeamten zurück. Sie versperrten alle Ausgänge und nahmen die Schlüssel des Klosters an sich. Das Grundstück und das Inventar wurden beschlagnahmt und den Schwestern befohlen, ihr Kloster innerhalb von 24 Stunden zu verlassen.

    70 Schwestern mussten am 11. Juli 1941 aus dem Kloster ausziehen und dürften innerhalb von 100 Kilometern Luftlinie keinen Wohnsitz nehmen. Die Haselünner Bevölkerung half den Schwestern beim Transport ihrer Habe und begleitete sie unter großer Anteilnahme zum Bahnhof. Zusammen mit den Schwestern verloren 120 Schülerinnen, die im Internat lebten, ihre Schule."

    Quelle: Auszug aus der Hausarbeit zur Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien:
    Die Napola Emsland und ihre Gegner - Die Nationalpolinische Erziehungsanstalt als Instrument nationalsozielistischer Einflussnahme im katholischen Millieu des Emslandes in Haselünne 1941 - 1945. Vorgelegt von Daniel Fischer, Universität Osnabrück, 08. November 2002.
    In Kreisgymnasium St. Ursula, Festschrift zum 150-jährigen Bestehen

    Verabschiedung der Schwestern und Schülerinnen am Haselünner Bahnhof
    Fundstelle: Bibliothek des Ursulinenklosters Haselünne, Paulusweg 43

Gleichzeitig wurde die Familie Steinburg jüdischen Glaubens – Samuel und Henny Steinburg mit ihren Kindern Anna (19), Hildegard (17) und Hans (14) – im Juni 1942 aus ihrem Haus in der Nordstraße 2 vertrieben. Fortan diente dieses Haus dem Schulleiter der NPEA als Dienstwohnung. Die Steinburgs kamen in verschiedene Konzentrationslager und wurden alle ermordet.

5 Stolpersteine vor dem Haus
in Erinnerung an die Familie Steinburg

 

Links:
Das ehemalige Haus der Steinburgs, jetzt das ev. Pfarrhaus

 


(c) vg - Initiative zum Erhalt des Schulaltbaus am Kreisgymnasium St. Ursula