„Und wenn es sich gemäß den Zeiten und Bedürfnissen ergeben sollte, etwas neu zu ordnen oder etwas anders zu machen, tut es klug und nach guter Beratung.“
Aus dem letzten Testament von Angela Merici (1539), der Gründerin des Ursulinenordens

 

Inhalt: "Personen"
Zitate zur St. Ursula-Schule
Mater Theresia Breme
Mater Ignatia Breme
Frauenort Haselünne
Bedeutende Schülerinnen
Der Maler Horst Janssen

 
 

Der Schulaltbau in den 1930er Jahren
Fundstelle: Bibliothek des Ursulinenklosters Haselünne, Paulusweg 43

 

 

Mater Maria Ignatia Breme


    Mater Ignatia, die wohl international bekannteste der drei Breme-Schwestern, wurde am 28. Dezember 1876 in Recke/Westfalen geboren. Sie war von 1917 bis 1923 Oberin des Ursulinenklosters und viele Jahre Lehrerin an der St. Ursula-Schule. Sie starb nach langer schwerer Krankheit am 8. Juli 1936 im Maria-Viktoria Krankenhaus in Berlin Berlin und wurde auf dem Haselünner Friedhof beigesetzt.

    Im Alter von 34 Jahren war Mater Maria Ignatia Breme Mitautorin eines bekannten und deutschlandweit anerkannten Lehrbuches: „Deutsches Lesebuch für höhere Mädchenschulen“. Das Titelblatt dieser Ausgabe aus dem Jahr 1910 weist sie, neben vier weiteren Autorinnen anderer Schulen, als „Oberlehrerin an der höheren Mädchenschule in Haselünne (Hannover)“ aus.

    Mit der berühmten norwegischen Literatur-Nobelpreisträgerin Sigrid Undset führte Mater Ignatia über viele Jahre einen regen Gedankenaustausch. Sigrid Undset konvertierte 1924 zum katholischen Glauben.
    Einige handschriftliche Briefe von Sigrid Undset (in deutscher Sprache) an Mater Ignatia sind erhalten geblieben und lassen eine enge persönliche Beziehung der Nobelpreisträgerin zu der Haselünner Ordensfrau erkennen.

    1923 ging Mater Ignatia nach Berlin und war hier von 1925 bis 1929 in der „apostolischen Nuntiatur“ als Sekretärin von Nuntius Eugenio Pacelli, dem späteren Papst Pius XII, tätig.
    Im Jahr 1929 wurde Eugenio Pacelli aus Deutschland abberufen. Vermutlich kehrte sie in diesem Jahr nach Haselünne zurück. Während der NS-Zeit setzte Mater Ignatia dem menschenverachtenden Terrorregime ihre literarische Schaffenskraft entgegen. Insbesondere in den 1930-iger Jahren war sie als Herausgeberin und auch als Übersetzerin von englischen und norwegischen Texten tätig (zum Beispiel mit der Übersetzung des norwegischen Buches „Die heilige Angela Merici“ von Sigrid Undset aus dem Jahr 1933).

    Quelle: Dr. Dieter Kronabel

(c) vg - Initiative zum Erhalt des Schulaltbaus am Kreisgymnasium St. Ursula