„Und wenn es sich gemäß den Zeiten und Bedürfnissen ergeben sollte, etwas neu zu ordnen oder etwas anders zu machen, tut es klug und nach guter Beratung.“
Aus dem letzten Testament von Angela Merici (1539), der Gründerin des Ursulinenordens

 

Inhalt: "Ursulinen"
Mädchen und Frauenbildung
Schulreformen 1888 - 1914
Der Weg zum Oberlyceum
Neuspr. Gymnasium für Mädchen
Leben in der Klosterschule
Historische Aufnahmen
Der Angela Merici - Preis

 
 

Der Schulaltbau in den 1930er Jahren
Fundstelle: Bibliothek des Ursulinenklosters Haselünne, Paulusweg 43

 

 

Von der Höheren Töchterschule zum Oberlyceum


    Mit dem Bau des Schulgebäudes im Jahre 1910 und der Erweiterung 1930 reagierte man auf die neuen staatlichen Vorgaben. Gebaut wurden zunächst 5 Klassenräume, ein Fachraum für Physik mit angrenzendem Sammlungsraum und der nach neuesten Gesichtspunkten errichtete Zeichensaal im Dachgeschoss. Somit war nun Fachunterricht (Experimentalunterricht im Physikraum und moderner Kunstunterricht im Zeichensaal) möglich. Aufgrund der stetig steigenden Zahl der Schülerinnen zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Klassentrakt um vier weitere Klassenräume, Schlafräume im Dachgeschoss und sanitäre Anlagen im Sockelgeschoss erweitert.

    Der im Jahre 1910 erbaute und im Jahre 1930 erweiterte Bau, der heutige Altbau
    (Foto aus den 1930-er Jahren)
    Fundstelle: Privatarchiv Kronabel

    Unterricht im Zeichensaal mit M. Matthäa Ahaus
    (etwa 1928)
    Fundstelle: Privatarchiv Kronabel

    Hörsaal für den naturwissenschaftlichen Unterricht, dahinter der Sammlungsraum für Materialien
    Fundstelle: Kreisgymnasium St. Ursula, 1980, Festschrift zum 250-ten Jahrestag der Konsekration der Klosterkirche, S. 26

    Nachdem man die Lehrerinnenausbildung aufgegeben hatte (Dr. Berning wurde Bischof von Osnabrück), konzentrierte sich die Schule auf die gymnasiale Schulbildung und die Frauenfachschule.

    Die St. Ursula-Schule wurde als Oberlyceum realgymnasialer Richtung staatlich anerkannt:

      1916 durfte man Vorkurse für die in Osnabrück abzulegende Reifeprüfung einrichten.
      1923 wurde nach staatlicher Verordnung de Unterricht an den der Knabenschulen angeglichen.
      1924 legten die ersten Haselünner Abiturientinnen ihre Reifeprüfung in Osnabrück ab.
      1927 fand die erste Reifeprüfung in Haselünne statt.

    Während des 2. Weltkrieges wurden die Ursulinen aus dem Kloster vertrieben. Von 1941 bis 1945 richteten die Nationalsozialisten hie eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt (NPEA) ein.

    Direkt nach dem Kriege kehrten die Ursulinen in ihr Kloster zurück, renovierten die Klosteranlge zusammen mit den Schülerinnen und begannen schon 1945 mit dem Unterricht. Bereits im Jahre 1948 fand die erste Abiturprüfung nach dem Kriege in der St. Ursula-Schule statt.

(c) vg - Initiative zum Erhalt des Schulaltbaus am Kreisgymnasium St. Ursula