„Und wenn es sich gemäß den Zeiten und Bedürfnissen ergeben sollte, etwas neu zu ordnen oder etwas anders zu machen, tut es klug und nach guter Beratung.“
Aus dem letzten Testament von Angela Merici (1539), der Gründerin des Ursulinenordens

 

Inhalt: "Zukunft"
Erinnerung: Kirche-Kloster-Schule
Ein "schuldienliches" Konzept
Der Schulhof - ein Campus!
Der Schulhof - nur Rasen?
Warum A oder G abreißen?
Nutzungskonzepte - Denkanstöße
Bsp. Nutzung des EG und 1. OG
Bsp. Nutzung des Zeichensaals
Bsp. Nutzung des Dachgeschosses
Bsp. Nutzung des Sockelgeschosses

 
 

Der Schulaltbau in den 1930er Jahren
Fundstelle: Bibliothek des Ursulinenklosters Haselünne, Paulusweg 43

 

     

    Die Historie des Gebäudes nutzen

    Eine schuldienliche Nutzung nicht nur für das Kreisgymnasium St. Ursula Haselünne


    "Wer aus der Geschichte nichts lernt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."
    George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft

    In Räumen des Schulhauses könnte man (Dauer-)ausstellungen installieren und diese thematisch ordnen bzw. zusammenfassen, z.B. über

    • die Bildungspolitik im 19. Jahrhundert verbunden mit der Unterdrückung der Frauen, die keine Teilhabe an einer wissenschaftlichen Ausbildung hatten,
    • die Frauenbewegung um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert mit der Forderung nach Gleichberechtigung und gleichen Bildung- und Berufschancen für Mädchen und Frauen,
    • die Haselünner Ursulinen als Bereiter einer erweiterten und höheren Schulbildung (Frauenfachschule, Gymnasium) für Mädchen und Frauen im Emsland,
    • die Auflösung des Klosters und der Klosterschule verbunden mit der Vertreibung der Schwestern und die Gründung der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt,
    • das Wesen und die Ziele einer Nationalpolitischen Erziehungsanstalt,
    • die Lehrer und Schüler der NPEA Haselünne, Berichte von Zeitzeugen,
    • der Maler Horst Janssen, Schüler der NPEA Haselünne und sein Lehrer Prof. Hanns Wienhausen,
    • der Einfluss der Nationalsozialisten auf die Schulpolitik auch in Haselünne und im gesamten Emsland,
    • die Unterstützung der örtlichen Politik für den Nationalsozialismus und für seine Ideen,
    • der Widerstand gegen den Nationalsozialismus auf lokaler Ebene und ihre Folgen.

    Somit wäre dieses Haus ein existentes begehbares Denkmal und Mahnmal zugleich. Große Teile der Ausstattung sind erhalten. Durch eine Dauerausstellung über die Historie dieses Hauses könnte es auch anderen (emsländischen) Schulen nutzbar gemacht werden.

    Dieses Schulhaus sollte verstanden werden als „Riesen-Chance“ für die heutigen und späteren Schülerinnen und Schüler - durch die Gegenüberstellung der 4 Jahre „NS-Elite-Schule“ (1941-1945) und der anderen 365 Jahre Schule christlicher Prägung - in original „erlebbaren/atmenden“ Räumen für ihr Leben zu lernen und die Gesellschaft mit zu prägen.

    Ein derartiges Zentrum würde den Schulbetrieb nicht stören und würde dem Kreisgymnasium St. Ursula und auch anderen Schulen im Umkreis von Haselünne „dienlich“ sein.

    Stetig ergänzt werden könnte eine solche Ausstellung durch eine "Multimedia-AG", die die vorhandenen Materialien - Bilder, Tondokumente, Filmausschnitte - digital aufbereitet. Dazu hätte das Kreisgymnasium St. Ursula schon jetzt (2020/21) die notwendige Hardwareausstattung.

    Hier einige Beispieldokumente, die in eine die Ausstellung/ Dokumentation integriert werden könnten

    Zusätzlich wäre es sinnvoll ein Medienzentrum einzurichten, in dem z.B. Filme wie die Filme NAPOLA oder der in Youtube abgelegte Film Napola - Erziehung zur Elite im 3 Reich vorgeführt werden könnten. In diesem Video berichten auch Lehrer aus der NAPOLA Haselünne und der Partnerschule Ihfeld über das Leben in der NAPOLA sowie Schwester Paula über die Vertreibung aus Haselünne. Ein weiteres Beispiel ist folgender Youtube-Film: Herrenkinder - Das System der NS Eliteschulen, der aus mehreren Teilen besteht. In diesem zweiten Film berichten z.T. bekannte Persönlichkeiten, die Schüler der NAPOLA waren, über ihre Schulzeit.

    Vielleicht findet man noch ehemalige Schüler der NPEA-Haselünne, die bereit wären, als Zeitzeugen über ihre Schulzeit zu berichten. Einige Namen und Adressen von Schülern sind bekannt. Auch über einige Lehrer, die dort unterrichtet haben, existieren Dokumente.
    Ein Arbeitsraum mit Internetanschluss wäre ebnso hilfreich, indem auch Schülerinnen anderer Schulen z.B. für Facharbeiten arbeiten könnten. In einem solchen Raum könnten auch Facharbeiten bzw. Projekte von Schülerinnen und Schülern ausgestellt werden.

    Außerhalb der Unterrichtszeit könnte man diese Ausstellungen der Öffentlichkeit zugängig machen, indem man entsprechende Führungen veranstaltet.

(c) vg - Initiative zum Erhalt des Schulaltbaus am Kreisgymnasium St. Ursula